Die rechte und linke Stoffseite: Nie wieder falsch herum nähen! 🧵🔍✨
Wo ist vorne, wo ist hinten? Erfahre, wie du die schöne Stoffseite blitzschnell erkennst und warum das Prinzip „rechts auf rechts“ das wichtigste Grundgesetz beim Nähen ist.
Was bedeutet eigentlich „rechts“ und „links“ bei Stoffen?
In der Nähwelt haben die Begriffe „rechts“ und „links“ absolut nichts mit der Richtung zu tun. Es ist viel einfacher:
✨ Die rechte Stoffseite (RS): Das ist die „gute“, schöne und bedruckte Seite des Stoffes. Also genau die Seite, die man später beim fertigen Kleidungsstück außen sieht.
☁️ Die linke Stoffseite (LS): Das ist die Rückseite oder Innenseite des Stoffes. Sie liegt später auf der Haut oder verschwindet unsichtbar im Inneren einer Tasche. Oft ist sie blasser, rauer oder unbedruckt.
Das wichtigste Näh-Gesetz: Was heißt „rechts auf rechts“ (rar)?
Wenn in einer Nähanleitung steht: „Lege die Stoffe rechts auf rechts“, bedeutet das schlicht und ergreifend, dass sich die beiden schönen, bedruckten Seiten der Stoffteile tief in die Augen schauen. Sie werden so aufeinandergelegt, dass die schönen Seiten innen liegen und du beim Nähen nur auf die beiden linken (hässlicheren) Rückseiten blickst.
Warum macht man das? Ganz einfach: Wenn du die Teile an der Kante zusammennähst und das Kleidungsstück anschließend wendest (also das Innere nach außen stülpst), verschwindet die Nahtzugabe sauber und unsichtbar im Inneren. Außen hast du eine perfekt geschlossene Naht und das wunderschöne Stoffmuster zeigt sich der Welt!
Spurensuche am Zuschneidetisch: So erkennst du die richtige Seite
Bei bunt bedrucktem Jersey ist das Erkennen kinderleicht. Doch was macht man bei Unistoffen, Strick oder Musselin? Mit diesen genialen Tricks wirst du zum Stoff-Detektiv:
Der große Stoffseiten-Check nach Material:
- 🤸 Der Roll-Trick bei Jersey: Schneide ein kleines Stück in den Stoff oder ziehe fest an der Querkante. Jersey rollt sich unter Zug unweigerlich ein. Die wichtige Merkregel lautet: Jersey rollt sich immer zur RECHTEN (schönen) Seite!
- 🧥 French Terry / Sommersweat: Hier ist es besonders leicht. Die rechte Seite zeigt feine rechte Maschen (sieht aus wie glatter Jersey), während die linke Rückseite die typischen, gemütlichen Schlingen aufweist.
- 🧵 Webware (z. B. Baumwolle, Canvas): Schau dir die Webkante (die feste Außenkante des Ballens) an. Häufig sind dort kleine Löcher eingestanzt. Die Seite, auf der sich die Löcher glatt anfühlen (wo die Nadel eingestochen hat), ist meist die rechte Seite. Wo die Löcher rau herausstehen, ist links.
- ☁️ Musselin & Waffelpique: Diese Stoffe leben von ihrer Struktur. Bei Musselin sind oft beide Seiten wunderschön, meist ist jedoch die etwas plastischere, weichere Struktur die rechte Seite. Wähle im Zweifel einfach die Seite, die dir optisch besser gefällt – und bleibe bei diesem Projekt konsequent dabei!
Schnuckidu-Tipp für Unistoffe: Wenn du beim Zuschneiden die richtige Seite mühsam bestimmt hast, markiere dir die linke (Rück-)Seite der zugeschnittenen Teile sofort mit einem kleinen Kreuz aus Schneiderkreide oder einem Trickmarker. So kommst du unter der Nähmaschine garantiert nicht mehr durcheinander!
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